Management Summary
Microsoft .NET Studie
.NET ("Dot-NET") stellt einen grundsätzlichen Strategie- und Paradigmenwechsel von Microsoft in der Definition von Anwendungsarchitekturen für internetbasierte Software-Lösungen dar. Basierend auf den Konzepten "lose Kopplung", Packaging von Komponenten in Form von Diensten, "leichtgewichtige", standardisierte Protokolle definiert .Net ein einheitliches Framework und Tools zum Aufbau von Services gemäß diesem Architekturparadigma. Microsoft positioniert .NET konträr zu der heute noch weit verbreiteten DNA (Distributed Network Architecture), die das Zusammenspiel von Komponenten auf Basis von COM (Component Object Model) definiert (Microsoft bietet bereits Migrationspfade von DNA auf .NET an). Laut Gartner wird der Anteil neu entwickelter Applikationen nach DNA in den kommenden Jahren in etwa proportional zum Anteil an Anwendungen nach dem .Net-Paradigma an Marktanteil verlieren. .NET wird zu den heute weit verbreiteten J2EE-Implementierungen (auf Basis von Java) im Wettbewerb stehen, die von etablierten Anbietern wie IBM, Oracle, HP oder Bea entwickelt werden. Wir gehen davon aus, dass der durch .NET weiter wachsende Wettbewerb sowohl bei Microsoft wie auch den J2EE-unterstützenden Unternehmen zu einem wachsenden Innovationsdruck und zu einer zunehmenden Marktkonsolidierung führen wird.
Neben dem vereinheitlichten Framework stehen auf Produkt-Seite spezialisierte Server-Software und -Anwendungen zur Verfügung, die aus so genannten Bausteindiensten für Identifizierung, Benachrichtigung, Personalisierung, Suche und vieles mehr bestehen. Zusätzlich werden .NET Dienste von Drittherstellern und Partnern integriert. Dazu werden heutige Microsoft-Produkte .NET-Enabled, wie z.B. der SQL-Server, Exchange, Biz Talk etc. Die Kommunikation von .NET-Komponenten basiert dabei auf HTTP und XML, die von den in .NET genutzten Protokollen wie UDDI, SOAP und WSDL verwendet werden.
Die Studie geht kompakt auf die einzelnen Konzepte und Besonderheiten von .NET ein. Dazu zählt zum Beispiel das Konzept der Web-Services (die Dienste über die skizzierten W3C-konformen Protokolle anbieten), die Infrastrukturkomponenten von .NET, die Programmiersprache C# (die deutliche Ähnlichkeiten zu Sprachen wie Delphi und Java aufweist), ASP.NET (eine weitgehende Neuentwicklung zu ASP) sowie ADO.NET (basierend auf ADO). Unser besonderes Interesse galt dem Leistungsvergleich von .NET mit typischen Produkten der etablierten J2EE-Marktführer. Als J2EE Application Server wurde dabei der WebSphere Application Server von IBM in der Version 4.0 ausgewählt, der in Vergleichstests gute Performanceergebnisse zu den J2EE-Wettbewerbern erzielte. Die Leistungstests hatten neben der reinen Leistungsfähigkeit der Sprachimplementierung (z.B. Lesen und Schreiben in Listen) die Performance der Ablaufumgebung (z.B. JSP-Engine) sowie dedizierte Konzepte (z.B. Multi-Threading) des Frameworks zum Inhalt. Dabei wurde versucht, leistungsverzerrende Faktoren (wie z.B. die Wahl des Web-Servers) von vornherein auszuschließen bzw. diesen Einfluss auf die Messungen ausweisen zu können. Die deutlichen Leistungsunterschiede zwischen der Beta2-Version von .NET und den Java-Implementierungen zeigen den JDK-Providern das Potential für weitere Leistungssteigerungen auf. Vergleichstests mit der Sun JDK 1.4-Version werden im nächsten Release dieser Studie darüber Aufschluss geben, ob dieses Ziel mit der dann aktuellsten Java-Version schon erreicht wurde.
Im letzten Kapitel erfolgt eine Übersicht von Entscheidungsfaktoren, die über die reine Performance hinaus für eine Architekturentscheidung (je nach Kundenprojekt mit unterschiedlicher Priorität) mit zu berücksichtigen sind.
Die Studie soll den J2EE-versierten Leser in die Lage versetzen, die Konzepte der beiden Architekturinfrastrukturen zu vergleichen und daraus Handlungsempfehlungen ableiten zu können. Dem Einsteiger in diese Thematik soll die Studie die wichtigsten Konzepte von .NET näher bringen und das Interesse für Internet-Architekturen und Konzepte ausbauen.
 
 
   
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