Management Summary
Systemlösungen für das Management operationeller Risiken

Neben den Kredit- und Marktpreisrisiken rücken seit einiger Zeit auch die operationellen Risiken zunehmend in den Fokus der Banken. Dabei sind die Banken dieser Art Risiken im Grunde schon immer ausgesetzt. Operationelle Risiken existieren potenziell bereits mit der Gründung der Gesellschaft und nicht erst mit der Aufnahme der Geschäfte. Darüber hinaus verstärkt sich die Notwendigkeit eines Managementsystems für operationelle Risiken aufgrund der Anforderungen der Neuen Baseler Eigenkapitalvereinbarung (Basel II) und, für Banken, die nach US -GAAP bilanzieren, des Sarbanes-Oxley Acts.
Allerdings sind operationelle Risiken schwer zu metrisieren: Die Risiken müssen zunächst identifiziert, Schadensfälle müssen in ihrer Höhe und Eintrittswahrscheinlichkeit eingeschätzt werden, Historien sind aktuell kaum vorhanden, und das Szenario von Ausfällen, die selten sind und hohen Impact aufweisen, ist hier gegenüber dem Kreditrisiko nochmals verschärft.
Eine adäquate technische Unterstützung ist für die Implementierung eines Risikomanagement -Systems daher unverzichtbar. Dabei variieren die Anforderungen an solche Systemlösungen entsprechend der Wahl des Ansatzes nach Basel II und hängen darüber hinaus sehr stark von institutsspezifischen Charakteristika ab. Die Auswahl einer solch individuell optimalen Lösung gestaltet sich schwierig. Zum einen erweist sich der Markt hinsichtlich des technischen, fachlichen und aufsichtsrechtlichen Reifegrades der Systeme als noch sehr unübersichtlich. Zum anderen bedeutet eine Fehlentscheidung bei der Wahl einer IT-Lösung immer ein nur schwer kalkulierbares Kostenrisiko.
Das Ziel der Marktstudie ist es daher, den Banken eine Übersicht über die gängigsten auf dem deutschen Markt erhältlichen Systemlösungen für das Management des operationellen Risikos zu geben. Sie soll zur Orientierung und als Hilfestellung bei der Auswahl der passenden Lösung dienen. Dazu wurden die evaluierten Tools im Hinblick auf ihren technischen, fachlichen und aufsichtsrechtlichen Reifegrad untersucht.
Das Kriterium für die Auswahl der Systeme war die Forderung nach einer Gesamtlösung, die möglichst folgende Aspekte des operationellen Risikos in konsistenter Weise integriert:
  1. Verlustdatenbank
  2. Self-Assessments
  3. Risikoindikatoren / Szenarioanalysen
  4. Ökonomisches Kapital
Bedingung war außerdem, dass alle betrachteten Lösungen die genannten Aspekte in Hinsicht auf Reporting, Workflow und Dokumentation abdecken: Systemlösungen für das Management des Operationellen Risikos
Die Informationserhebung für diese Studie gliederte sich in vier Phasen:
1. Sichtung:
Alle untersuchten Systemlösungen wurden von den entsprechenden Herstellern präsentiert. In einer gemeinsamen Analyse wurden die verschiedenen Features und Möglichkeiten der gezeigten Lösungen diskutiert und aufgenommen.
2. Feinjustierung:
Anhand eines insbesondere aus der Sichtungsphase gewonnenen und konsolidierten Fragenkatalogs wurden weitere Detailinformationen der einzelnen Lösungen bei den Herstellern abgefragt.
3. Bewertung:
Es wurde zunächst ein Best-in-Class-Profil einer optimalen Lösung erstellt. Die optimale Lösung wurde in technischer Hinsicht bzgl. State-of-the-art- Technologien und Sicherheitskonzepten mit Hilfe der PASS Bereiche R&D (Research & Development) und Network&Security erstellt. Die fachliche inhaltliche Bewertung erfolgte durch den PASS Business Center Risk Management. Auf dieser Basis erfolgte die Auswertung und Einordnung der gesammelten Informationen. Die gewonnenen Informationen wurden dabei thematisch gruppiert.
4. Feedback:
Die bewerteten Informationen wurden den Herstellern zur Endabstimmung vorgelegt. Es erfolgte gegebenenfalls eine Feinabstimmung der Bewertung
Die Studie hat gezeigt, dass es ein einen auffallenden Unterschied zwischen der Erfüllung der technischen Anforderungen einerseits und der fachlichen Anforderungen andererseits gibt. Während alle Systeme im Durchschnitt den technischen Anforderungen genügen (im Durchschnitt zu 90%), ist die Erfüllung des fachlichen Reifegrades nur in Ansätzen zufrieden stellend (im Durchschnitt nur zu 56%). Jedoch muss in diesem Zusammenhang erwähnt werden, dass die Systeme sich untereinander hinsichtlich des fachlichen Reifegrades sehr unterscheiden. In Abhängigkeit von den jeweiligen Stärken eines Tools wurden hier teilweise Ergebnisse von bis zu 90% Erfüllung erzielt.
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