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PASS Jahrestagung 2026 – KI treibt die fünfte industrielle Revolution an

PASS Jahrestagung 2026 – KI treibt die fünfte industrielle Revolution an

Zwei Tage, ein zentrales Thema: Künstliche Intelligenz (KI). Auf der PASS Jahrestagung diskutierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gemeinsam mit Geschäftsführung, Bereichsleitern und externen Experten, wie sie Geschäftsmodelle verändert, die Produktivität steigert und Unternehmen wettbewerbsfähiger macht.

Mitte April trafen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der PASS Consulting Group im Congresszentrum Marburg. Die Kombination aus historischer Universitätsstadt und moderner Tagungsumgebung spiegelte das Zusammenspiel von Tradition und technologischer Transformation perfekt wider und bot damit den passenden Rahmen für eine Firmentagung rund um das Thema KI. Zum dritten Mal in Folge stand Künstliche Intelligenz im Mittelpunkt der Jahrestagung, ein klares Zeichen dafür, welchen Stellenwert das Thema bei PASS einnimmt.

Den Chancen der KI zugewandt

In ihrem Eingangsstatement positionierte Heidrun Fernau-Rienecker, CMO bei PASS, KI klar als Tagungsschwerpunkt:

Künstliche Intelligenz steht im Zentrum eines tiefgreifenden Wandels, der Gesellschaft, Wirtschaft und Arbeitswelt nachhaltig prägt. Kaum eine Technologie birgt so viel Potenzial und zugleich so viele Risiken. Der KI-Forscher Dario Amodei beschreibt diese Ambivalenz in seinem Manifest „Machines of Love and Grace“ (2024): KI kann unser Leben deutlich verbessern – vorausgesetzt, sie wird im besten Sinne der Menschheit eingesetzt.

Genau hier liegt die Herausforderung. Technologien sind nicht per se gut oder böse. In den falschen Händen können sie erheblichen Schaden anrichten. Amodei zieht daher den Vergleich zur Entwicklung der Atombombe durch Robert Oppenheimer: eine Innovation, die sowohl Fortschritt als auch Zerstörung ermöglichte. Auch moderne KI zeigt diese Spannung: Sie kann Schwachstellen in Softwaresystemen in kürzester Zeit identifizieren – ein Gewinn für Sicherheit und Effizienz, zugleich aber mit erheblichem Missbrauchspotenzial.

Diese Dualität ist kein neues Phänomen. Entscheidend ist, wie wir als Gesellschaft damit umgehen. Genau an diesem Punkt stehen wir heute: aufmerksam, neugierig und mit Respekt vor der Tragweite dessen, was entsteht.

Doch PASS wäre nicht PASS, wenn der Blick nur auf den Risiken läge. Entsprechend dem Claim „For a better digital world“ richtet sich der Fokus bewusst auf die Chancen: Prozesse verbessern, Innovationen vorantreiben und echten Mehrwert schaffen.

PASS Jahrestagung 2026 – KI treibt die fünfte industrielle Revolution an

KI verändert die Spielregeln

Den inhaltlichen Auftakt machte PASS CEO Gerhard Rienecker mit der Frage, ob Large Language Models eine neue industrielle Revolution auslösen werden. Die Antwort fiel eindeutig aus. KI verändert bereits heute die Wissensarbeit grundlegend. Sie ist dabei kein „intelligentes Wesen“, sondern ein Werkzeug. Ihre Stärke liegt darin, große Datenmengen in kürzester Zeit zu analysieren, Muster zu erkennen und Ergebnisse nutzbar zu machen.

Prof. Dr. Antonio Krüger, CEO des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), ordnete diese Entwicklung strategisch ein und betonte die Bedeutung souveräner KI-Lösungen in Europa. Vor allem in der industriellen KI sieht er große Chancen.

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KI wirkt – messbar und konkret

Mehrere Vorträge zeigten, dass KI keine Vision mehr ist, sondern bereits heute messbare Effekte liefert. In der Softwareentwicklung entstehen Funktionen innerhalb von Stunden statt Tagen. Tests, Dokumentation und Refactoring laufen automatisiert mit, wie u.a. PASS CDO Andreas Rinner in seinem Vortrag zeigte. Projekte werden dadurch schneller und effizienter umgesetzt.

Gleichzeitig verändert KI die Arbeitswelt weit über die Entwicklung hinaus. Sie unterstützt Marketing, Vertrieb, HR, Controlling und Operations, erstellt Inhalte, analysiert Daten, prüft Verträge und automatisiert Prozesse. KI ist ein Produktivitätshebel für das gesamte Unternehmen. Dabei bleibt der Mensch entscheidend: KI übernimmt Routinen, Menschen treffen Entscheidungen.

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Souveränität und Verantwortung

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf digitaler Souveränität. Unternehmen und Staaten müssen Technologien eigenständig nutzen und kontrollieren können. KI schafft zwar neue Abhängigkeiten, bietet aber gleichzeitig die Möglichkeit, diese gezielt zu reduzieren. Offene Technologien, eigene Plattformen und gezielter Kompetenzaufbau werden zu zentralen Erfolgsfaktoren.

Auch der Energiebedarf von KI wurde diskutiert. Zwar wird sich der Verbrauch von Rechenzentren bis 2030 voraussichtlich verdoppeln, im Verhältnis zum globalen Energiebedarf bleibt er jedoch moderat. Gleichzeitig lassen sich durch bessere Prognosen, automatisierte Steuerung und intelligente Optimierung erhebliche Effizienzgewinne erzielen.

Zukunftsoptimismus

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des PASS Führungskräfte-Entwicklungsprogramms Management Development Center (MDC) ergänzten diese Perspektiven um einen wichtigen Aspekt: die menschliche Wahrnehmung. Demnach überschätzen Menschen Risiken und unterschätzen Fortschritte. Entscheidungen sollten daher stärker datenbasiert getroffen werden. Entscheidend sind Technologieoffenheit, kritisches Denken und ein pragmatisches Vorgehen.

Den Schlusspunkt des ersten Tages setzte Dr. Boris Nikolai Konrad. Der Weltmeister im Gedächtnissport, Neurowissenschaftler und Autor richtete den Blick auf den Menschen und stellte die Frage, welche Rolle kognitive Fähigkeiten im Zusammenspiel mit KI künftig einnehmen. Seine zentrale Botschaft: Das menschliche Gehirn ist deutlich leistungsfähiger, als wir annehmen. Gleichzeitig hänge der Erfolg im Umgang mit KI nicht allein von der Technologie ab, sondern vor allem davon, wie wir sie einsetzen. Die eigentliche Gefahr liege nicht in der KI selbst, sondern darin, „wenn dumme Menschen mit dummer KI dumme Dinge tun“.

Konrad zeigte, wie trainierbar kognitive Fähigkeiten sind. Mit Leichtigkeit merkte er sich die Namen von rund 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Auch das Publikum wurde einbezogen und konnte erleben, wie sich selbst komplexe Inhalte wie die zehn größten Städte Europas schnell einprägen lassen. Sein Fazit verbindet Mensch und Technologie: Am Markt wird sich der durchsetzen, der die beste KI einsetzt und zugleich bereit bleibt, von ihr zu lernen.

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Von der Einordnung zur Umsetzung

Der zweite Tag begann mit einem Perspektivwechsel. Prof. Dr. Michael Knörzer, Dozent für Betriebswirtschaftslehre an der FOM Hochschule für Ökonomie und Management, ordnete die aktuellen Entwicklungen rund um KI in einen größeren historischen Zusammenhang ein. Mit dem Song „I.G.Y.“ von Donald Fagen schlug er eine Brücke zwischen den Zukunftsvisionen der 1950er Jahre und der heutigen Realität. Die Mischung aus Nostalgie und ironischer Distanz machte deutlich, wie sehr technologische Erwartungen schon immer von Hoffnungen, aber auch von Fehleinschätzungen geprägt waren.

Im weiteren Verlauf zeigte Knörzer, dass technologische Innovationen stets tiefgreifende Veränderungen auslösen. Fortschritt schafft Wachstum und Wohlstand, verändert aber auch bestehende Strukturen. Gesellschaften funktionieren als Problemlösungssysteme. Jede Innovation löst Herausforderungen und erzeugt gleichzeitig neue. Mit zunehmender Komplexität steigen die Anforderungen an ihre Beherrschung. Vor diesem Hintergrund wird KI zur Schlüsseltechnologie. Sie erhöht die Komplexität, hilft aber zugleich, sie zu steuern. Entscheidend ist, wie aktiv Unternehmen und Gesellschaften diese Entwicklung gestalten.

Die Business Units Banking, Insurance, Public Sector, Logistics, Travel, Digitale Wirtschaft und Sports zeigten, wie weit die KI-Umsetzung bei PASS bereits fortgeschritten ist. Zahlreiche Initiativen verdeutlichten, dass sie kein isoliertes Thema mehr ist, sondern in der gesamten Organisation verankert wird. Beiträge zu den Themen Business Development sowie Innovation- und Investmentmanagement machten abschließend deutlich, dass neben technologischer Kompetenz vor allem klare Strukturen und strategische Entscheidungen den Unterschied machen.

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Austausch und Fazit

Neben den fachlichen Inhalten bot die Tagung viel Raum für persönlichen Austausch. Die Abendveranstaltung im Hofgut Dagobertshausen mit Dinner, DJ und Fotobox sorgte für eine entspannte Atmosphäre und rundete den ersten Tag stimmungsvoll ab.

Die PASS Jahrestagung 2026 hat gezeigt, wie stark Künstliche Intelligenz Wirtschaft und Gesellschaft verändert. KI ist kein kurzfristiger Trend, sondern ein zentraler Treiber für Produktivität und Innovation. Entscheidend ist, diese Entwicklung aktiv mitzugestalten – und die KI, wie auf der Tagung formuliert, zur „ziemlich besten Freundin“ zu machen. Marburg hat dafür wichtige Impulse geliefert.

P.S.: Passend zum Tagungsthema durfte die KI an diesem Text mitschreiben. Ideen, Struktur und Feinschliff kamen vom Menschen – und das letzte Wort hatte er sowieso…

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