Anwenderbericht: Misr Bank

Misr Bank

Aus der Not eine Tugend gemacht: Misr Bank wechselt von PABA/Q auf Core-Banking-Lösung von PASS

Was tun, wenn der Support für das Herz der Bank ausläuft? Vor dieser Frage stand die Misr Bank im Hinblick auf ihr Kernbankensystem. Die Entscheidung: eine radikale Modernisierung und Konsolidierung der IT-Infrastruktur. Gesucht war ein auf die Bedürfnisse einer Auslandsbank maßgeschneidertes Komplettpaket aus Software und Service. 

„Unverhofft kommt oft“ – so könnte man den Ausganspunkt für das Implementierungsprojekt der Misr Bank beschreiben. „Wir setzten jahrelang PABA/Q ein, waren aufgrund des auslaufenden Supports aber gezwungen, uns nach einer Alternative umzusehen“, blickt Ulrich Thomas Bartoszek, Geschäftsführer der Misr Bank - Europe GmbH, in das Frühjahr 2012 zurück. Damals startete der Auswahlprozess mit 21 Anbietern. Ein Kreis, der sich schnell auf zehn Unternehmen reduzierte. „Unser Geschäftsschwerpunkt ist die Abwicklung des mitteleuropäisch-ägyptischen Handels. Entsprechend suchten wir einen Partner mit fundierten Erfahrungen im Segment der Auslandsbanken“, verdeutlicht Bartoszek. Nach ersten Gesprächen mussten sich vier weitere Anbieter aus dem Rennen verabschieden. Die verbliebenen Unternehmen prüfte die Misr Bank auf Herz und Nieren: vom Funktionsumfang der Lösung über das Hosting-Angebot bis hin zu Referenzinstallationen.

Gesucht: flexibles Komplettpaket

Das neue Kernbankensystem der Misr Bank sollte die vielschichtigen Prozesse des Instituts ganzheitlich abdecken; mit dem Ziel, Satellitensysteme und damit Schnittstellen zu reduzieren. Darüber hinaus sollte die Lösung größtmögliche Flexibilität gewährleisten. Auch beim Thema Hosting waren die Anforderungen klar definiert. „Wir sind eine kleine Bank und ein Inhouse-Betrieb wäre weder rentabel noch personell realisierbar. Ein Outsourcing setzt allerdings die Einhaltung strenger Anforderungen an den Rechenzentrumsbetrieb voraus“, betont Bartoszek. Das beinhaltet beispielsweise zwei separate deutsche Data-Center mit einem Mindestabstand von zehn Kilometern vom Sitz der Bank in Frankfurt. Des Weiteren sollten Kurzarbeitsplätze für Notfallsituationen zur Verfügung stehen. Diese Kriterien erfüllten nur zwei Anbieter. Gleichzeitig überzeugten beide mit Referenzprojekten. Entscheidendes Moment waren somit die Beratungskompetenz sowie das Preis-/Leistungsverhältnis. Hier punktete die PASS Consulting Group mit ihrer modular aufgebauten Solution World Finance und dem daraus abgeleiteten Package für Auslandsbanken


„PASS hat uns mit einem stimmigen Gesamtpaket und greifbaren Ergebnissen überzeugt. Besonders schätzen wir die direkte Kommunikation – wir hatten jederzeit das Gefühl, offen, fachlich fundiert und auf Augenhöhe zu diskutieren.“

Ulrich Thomas Bartoszek

Geschäftsführer Misr Bank – Europe GmbH


Neue Anforderungen im Projektverlauf

Startpunkt der 18-monatigen Projektphase war die Erhebung der existierenden Prozesse. „Wir gaben diese Aufgabe an PASS ab, da wir intern nicht über die Manpower und das notwendige Know-how verfügen“, begründet Bartoszek das Vorgehen. Zusätzlicher Vorteil: Neben der Prozessdokumentation konnten bereits an dieser Stelle Optimierungspotenziale identifiziert werden. Schlagworte sind hier Konsolidierung, Automatisierung und Reporting. Im Ergebnis entwickelte PASS einen Maßnahmen- und Zeitplan für die Umstellung – inklusive der Definition von Meilensteinen. „Im Projektverlauf wurde zusätzlich das Thema Exportfinanzierung komplett umstrukturiert“, erinnert sich Ole Barkmann, Head of Business Development Financial Solutions bei PASS. Es galt einen neuen Prozess in die Systemlandschaft zu integrieren – und zwar ohne eine verlängerte Projektlaufzeit. „Dank der Flexibilität der Lösung bestand PASS diesen ersten Härtetest. Das System bewies seine Zukunftsfähigkeit“, erläutert Bartoszek. Ebenfalls reibungslos gestaltete sich die Migration der Datenbestände, die innerhalb eines halben Tages erfolgte. Im Oktober 2013 starteten Paralleltests, der endgültige Umstieg fand in der Nacht des 31. Oktober auf den 1. November statt. Bereits am nächsten Morgen nahm die Misr Bank den vollen Geschäftsbetrieb auf. Das Hosting wird über die PASS Rechenzentren in Aschaffenburg und Bad Mergentheim realisiert.

Zwei Fliegen mit einer Klappe

Dank des modularen Aufbaus des PASS Auslandsbanken-Packages löst die Misr Bank neben PABA/Q auch mehrere Satellitensysteme ab: Meldewesen (BAIS), Geldwäschebekämpfung (SIRON) sowie das Kontenabrufverfahren gemäß § 24c KWG (Bank-Verlag). Damit entfallen wartungsintensive Schnittstellen sowie Lizenzkosten. Darüber hinaus erreicht das Institut über Prozessoptimierungen einen höheren Automatisierungsgrad – Excellisten und Mehrfacheingaben gehören weitgehend der Vergangenheit an. Integrierte Workflows sorgen für effektive Arbeitsabläufe sowie eine minimierte Fehlerquote. Umfangreiche Management-, Analyse- und Monitoring-Funktionalitäten erhöhen zudem die Transparenz und erleichtern die Banksteuerung sowie das Risikomanagement. Die Misr Bank profitiert von vordefinierten Reports sowie einfachen Tools für die Erstellung neuer Auswertungen und Präsentationen. „PASS hat uns mit einem stimmigen Gesamtpaket und greifbaren Ergebnissen überzeugt. Besonders schätzen wir die direkte Kommunikation. Ob Entscheider, Vertrieb, Berater oder Entwickler – wir hatten jederzeit das Gefühl, offen, fachlich fundiert und auf Augenhöhe zu diskutieren“, resümiert Bartoszek.

Über die Misr Bank – Europe GmbH

Die Misr Bank – Europe GmbH, „Ägyptens Bank in Europa“, ist seit 1992 in Frankfurt tätig. Sie ist die einzige ägyptische Bank in Deutschland. Geschäftsschwerpunkt ist die Abwicklung des mitteleuropäisch-ägyptischen Handels. Das umfasst die Finanzierung und Abwicklung von Exporten nach Ägypten, die aktive Teilnahme am Sekundärmarkt mit ägyptischen Risiken, das zur Verfügung stellen von Korrespondenzbankdienstleistungen für Banken aus Ägypten und dem Nahen Osten sowie die versicherungsgedeckte Finanzierung von Exportforderungen für ägyptische Exporteure.